Elbe-Treffen 2016 in Pretzsch

Elbe-Treffen 2016 in Pretzsch

27. Juni 2016 0 Von Christoph Uehli

12. Mitsubishi Elbetreffen – NachleseDSC_0342

Text : Bodo Engemann

„Diamonds are a girls best friend…“

….sang Marilyn Monroe in den 60er Jahren, und noch heute haben diese Edelsteine eine unerklärliche Anziehungskraft.
Und wer an Diamanten denkt, dem fallen sofort die klassischen Metropolen ein, die untrennbar mit diesem Edelstein verbunden
sind – Amsterdam, Antwerpen, London, New York und….. Pretzsch… Zugegeben, bislang haben weder Tiffany’s noch De Beer einen Laden in Pretzsch eröffnet, doch seit bereits 12 Jahren treffen sich die Fans der Automarke Mitsubishi – was aus dem japanischen übersetzt „Drei Diamanten“ heißt – an jeweils dem dritten Juniwochenende auf dem Sportplatz an der Bahnhofstrasse.
Und so, wie sich die Reichen und Schönen an der 5th Avenue in New York am Anblick der goldgefassten Edelsteine erfreuen, so können dieses die Pretzscher und ihre Gäste an den mit viel Liebe zum Detail veredelten Fahrzeugen tun. 341 Mitsubishi auf dem Sportplatz – ein neuer Rekord – fanden sich so dieses Jahr ein. 756 Teilnehmer ließen die Einwohnerzahl von Pretzsch für ein paar Tage nach oben schnellen. Und das, obwohl die Wetteraussichten für dieses Wochenende alles andere als gut waren. Während Hotels und Pensionen an Nord- und Ostsee schon bei leichter Bewölkung um ihre Auslastung bangen müssen, konnten nicht einmal wolkenbruchartige Niederschläge am
Freitag Morgen die Teilnehmer stoppen. Bereits am Donnerstag kamen die Ersten, die sich von der Arbeit oder der Familie frei nahmen.
Obwohl – das Elbetreffen ist DAS familiäre Treffen schlechthin. Mit Kind und Kegel – und gegebenfalls auch Hund und Schwiegermutter – reisten sie an. Nicht nur aus ganz Deutschland, von der Flensburger Förde bis zur Zugspitze, nein, auch Gäste aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Polen, ja sogar ein Besucher aus Weißrussland nahm eine 1.300 Kilometer weite Anfahrt auf sich, um dabei zu sein.
Das Elbetreffen ist ein Treffen „Von Fans für Fans“ – dieses ist nicht nur ein Slogan, man spürt es überall. Fast ein Sechstel der Teilnehmer sind in die Organisation involviert, von den bei Starkregen in Plastiküberzieher gehüllte Mitglieder am Eingang, die auf dem Platz für Ordnung sorgenden Helfer, die sich freiwillig um die Sauberkeit der sanitären Anlagen sorgenden bis hin zu Mitgliedern einzelner Clubs, welche Kinder-hüpfburgen oder Ratespiele beaufsichtigten. Und das, was noch zu so einem Event gehört und fehlte, wurde durch Anwohner und Freunde besorgt. Das Catering durch Familienangehörige des Veranstalters, eine Gulaschkanone mit leckerer Erbsensuppe und Soljanka dank der
Reservistenkameradschaft, ein Eisstand – nichts, was man vermissen könnte, fehlte. Einige verließen sich auf die Dichtigkeit ihrer Zelte, und so mancher fand selbiges als Swimmingpool vor. Etliche schliefen in Wohnwagen oder Pensionen, in denen sie schon Stammgäste sind, und zur Not wurde hier zusammen gerückt, um den nunmehr sich ohne Schlafstatt wiederfindenden eine trockene Übernachtungsmöglichkeit zu bieten.
Überhaupt wird das Verhältnis zwischen den Teilnehmern und den Anwohnern scheinbar von Jahr zu Jahr familiärer. Viele der Gäste,
welche hunderte von Kilometern entfernt leben, haben so z.B. mit Interesse die Bürgermeisterwahl von Bad Schmiedeberg verfolgt und freuten
sich, als Bürgermeister Martin Röthel sich am Samstag Abend zwischen die Fans im Festzelt setzte. Vor allem als dieser versprach, dass er nächstes Jahr in einem Mitsubishi an der „Diamantenkette“ teilnehmen würde. Zugegeben, ein bißchen wurde er dazu „genötigt“ – was er aber augenzwinkernd akzeptierte… Mit der Diamantenkette – einem mittlerweile unglaubliche 4 Kilometer langem Autokorso – bedanken sich die
Fans traditionsgemäß bei ihren Gastgebern. Laut hupend, blinkend, aus den Fenster lehnend und winkend geht es durch den Landkreis, und nicht wenige Anwohner winken und klatschen, ….für die Teilnehmer ein phantastisches Gefühl. Am Sonntag wurde dann – leider – wieder alles abgebaut und der Sportplatz seiner eigentlichen Bestimmung zurückgeführt. Wer nun denkt, wie bei anderen Großveranstaltungen würde nur eine verwüstete Fläche zurückbleiben, der irrt. Die Teilnehmer zogen mit Mülltüten zum Abschluß über den Platz, lasen jede Zigarettenkippe, jeden
Kronkorken den sie erblickten, auf und am Ende war nur noch der organisierte Absetzcontainer, gefüllt mit nunmehr 7,8 Kubikmeten Müll, abzuholen.
Die Resonanz der Teilnehmer war eindeutig. Fast alle halten das XII. Elbetreffen für eines der Besten und werden mit Vergnügen auch nächstes Jahr wiederkommen. Ein Verdienst nicht nur des Veranstalters und der vielen freiwilligen Helfer, sondern auch der Pretzscher und ihrer seid nunmehr zwölf Jahren andauernden Gastfreundschaft gegenüber den Fahrern der Marke mit den drei Diamanten im Kühlergrill…..